Diese Frage gehört sicher zu den häufigsten, die mir im Berufsalltag gestellt werden. Als Gebrauchtwagenhändler ist mir die Sorge, dass der neue Biokraftstoff den Motor ruiniert, natürlich bekannt. Wirklich helfen kann ich dabei selbst aber auch nur selten, sondern muss mich auf die Aussagen der Hersteller oder die DAT Liste verlassen. Die Abkürzung DAT steht für Deutsche Automobil Treuhand GmbH. Diese Institution wurde von allen Fahrzeugimporteuren damit beauftragt, eine umfassende Liste zu erstellen, in der klar zu erkennen ist, welche Fahrzeuge E-10 vertragen, und welche nicht. Man kann sich die Liste auf deren Internetseite als PDF herunterladen. Die am zweithäufigsten gestellte Frage ist, welche Teile denn angegriffen werden und ob das alles wirklich so schlimm sei. Die Antwort auf Letzteres ist ein klares Ja. Aluminium und Kunststoffteile korrodieren besonders schnell, wenn sie mit dem ätzenden Bio-Ethanol in Kontakt kommen. Da reicht schon eine einzige Tankfüllung und ein Einfüllstutzen oder gar die Einspritzdüse können massiv Schaden nehmen. Das Ärgerliche daran ist, dass man mit diesen Schäden allein da steht. Weder der Tankstellenbetreiber noch der Fahrzeughersteller haftet, wenn man E-10 tankt und das Fahrzeug beschädigt â013 man hätte sich ja informieren können. Noch schlimmer ist, dass selbst die Vollkasko kfz Versicherung nur selten für solche Schäden aufkommt. Auf seine Autoversicherung kann man also auch nicht zählen. Finde ich einen Wagen nicht in den gängigen Listen und kann auch keine Information vom Fachhändler abrufen, rate ich meinen Kunden deswegen immer erstmal davon ab, das Superbenzin mit hohem Bioethanol Anteil zu tanken.
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